HORIZONTAL 300

28. Mai 2026, 20:00

Die Geschichte dieses Quartetts begann an einem ungewöhnlichen Ort — an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, wo sich die Musiker zum ersten Mal trafen, um vor einem internationalen Publikum aufzutreten. Obwohl sie ursprünglich durch einen Vertrag zusammengebracht wurden, wurde schnell klar, dass sich hier etwas Tieferes entwickelte — mehr als nur eine berufliche Zusammenarbeit. Die gemeinsame Leidenschaft für Musik und der Wunsch nach persönlichem Wachstum verwandelten die Gruppe in eine vollwertige kreative Einheit.

Unter Berufsmusikern hört man oft die Meinung, dass die Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen eher Handwerk als Kunst sei. Doch dieses Quartett hat das Gegenteil bewiesen. Wenn ein echter Wille zur kreativen Entfaltung vorhanden ist, spielt der Ort keine Rolle — ob im Studio, im Jazzclub oder mitten auf dem Ozean. Tatsächlich können die ständige Veränderung der Umgebung, die Distanz zur gewohnten Welt, lange Verträge und das Heimweh zu einer intensiveren Selbstreflexion führen. Unter solchen Bedingungen kann sich Kreativität auf neue Weise entfalten: konzentrierter, ehrlicher und persönlicher. Für die Mitglieder des Quartetts wurde das Schiff zu einem kreativen Labor, in dem Musik entstand, die sowohl innere Erlebnisse als auch den Zeitgeist widerspiegelt.

Das Repertoire des Quartetts bestand aus eigenen Kompositionen sowie originellen Arrangements bekannter Jazzstandards. Einige davon wurden nicht nur musikalisch, sondern auch textlich neu interpretiert: Die Texte klassischer Stücke erhielten eine moderne, gesellschaftlich relevante Note. Dadurch wurde die Musik zeitgemäßer, ohne dabei den Respekt vor der Tradition zu verlieren.

Die künstlerische Ausrichtung des Quartetts entwickelte sich aus dem Zusammenspiel individueller Geschmäcker der Mitglieder. Es gab keine Hierarchie im kreativen Prozess — alle

Ideen wurden gehört und eingebracht. Jeder Musiker steuerte seine eigene Ästhetik, seinen Rhythmus, seine Harmonie und seine Stimmung bei. Diese kollektive Herangehensweise verlieh dem Album seine Vielfalt, Tiefe und Lebendigkeit.

Auch wenn das Quartett nie in den USA auftrat, gehörte das amerikanische Publikum zu seinen wichtigsten Zuhörern. Woche für Woche kamen Hunderte neuer Gäste an Bord — viele von ihnen waren leidenschaftliche Jazzliebhaber mit einem feinen Gehör. Dieser ständige Wechsel bot der Band eine seltene Möglichkeit: Die Musik konnte regelmäßig „im Feld“ erprobt werden. So entstand ein echter Dialog mit dem Publikum, das aufmerksam zuhörte, emotional reagierte und ehrliches Feedback gab. Diese Erfahrung prägte den Werdegang der Gruppe und verhalf der Musik zu einer lebendigen Verbindung mit den unterschiedlichsten Zuhörern.

Dieses Album ist das Ergebnis intensiver individueller und gemeinschaftlicher Arbeit — und gleichzeitig nur ein Anfang. Wir hoffen, dass es Sie berührt, inspiriert und bewegt. Vielleicht ist es ja nur der erste Schritt auf einem langen Weg

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